Ausstellung "Durch die Nebelstille - Fotografien aus dem Aischgrund"

Im Gewölbe des Alten Schlosses

Portrait einer Kulturlandschaft

Das Karpfenland ist da wo Teichwirtschaft Weiherlandschaft schafft. Eine über Jahrhunderte von Mensch und Natur geformte Kulturlandschaft, die - frei nach Martin Schwind - immer auch Ausdruck menschlicher Geisteshaltung ist:

"Jede Untersuchung eines landschaftlichen Realgebildes wird über dessen gegenständliche Bedeutung hinaus einen irrealen Hintergrund freilegen können: den Geist, der jene Dinge trägt." M. Schwind

In seinen monochromen, bisweilen melancholisch-romantischen Landschaftsbildern und Alltagsimpressionen spürt Daniel Boklage diesem Geist nach. Es geht um Traditionen und Heimat, aber auch um unsere Beziehung zur Natur. Und darum, wer wen in diesen Geschichten mehr prägt: der Mensch die Landschaft oder die Landschaft den Menschen?

Analoge Bilder einer analogen Welt

Die grobkörnigen Fotografien lassen den Aischgrund und seine traditionelle Teichwirtschaft in einem neuen, sinnlichen Licht erscheinen. Die Texturen der Landschaft, das Organische des Wassers, des Nebels und der nassen Erde, all das wird durch die Arbeit auf Film wundervoll betont. Ein Anachronismus eigentlich. So überholt wie die Teichwirtschaft selbst? Nein. Denn nur weil beides den modernen Gesetzen von Effizienz und Wirtschaftlichkeit widerspricht, heißt es nicht, dass es nicht dennoch gut und schön sein kann.

"Es ist diese von Teichwirten geschaffene Landschaft, halb künstlich, halb natürlich, halb nützlich, halb schön, die mich anzieht. Anbaugebiete, die so gar nicht aussehen, wie die Futter- und Biogas-Maisfelder meiner Heimat. Ein Leben, das ich portraitieren möchte. So sind diese Bilder entstanden. Analoge Schwarzweiß-Fotografien einer Kulturlandschaft, dessen höchstes Gut der Aischgründer ist." D. Boklage

Eine Ausstellung - Zwei Räume

Die Fotoausstellung, die vom 24.11. bis zum 26.03. im Gewölbe des Alten Schlosses zu sehen ist, leitet die Besucher zunächst durch die nebelstille Welt der Weiher - um sie dann weiter zu den Gründen zu führen. Einen "digitalen" Eindruck der Ausstellung gibt es bereits vorab unter www.karpfenland.com und @karpfenland