Ausstellung "Johann Christian Lotter - ein ideenreicher Reißzeugfabrikant"

Die neue Sonderausstellung in den Museen im Alten Schloss lässt dieses Frühjahr die Geschichte des Neustädter Reißzeugfabrikanten Johann Christian Lotter Revue passieren. Am 24. März startet die Ausstellung für Besucher.

Beim Schlagwort „Reißzeuge“ dürfte es bei vielen Neustädtern im Gedächtnis klingeln, denn die Stadt war neben anderen Orten im Landkreis ein wichtiger Standort der fränkischen Reißzeugindustrie. Heute hat die Zirkelproduktion ihre Bedeutung eingebüßt, da technische Zeichnungen inzwischen am Computer erstellt werden und die verschiedenen Zirkel in der Regel nur noch im Mathematik-Unterricht zum Einsatz kommen. Ihr Revival erleben die Reißzeuge jetzt aber im Museum.

Hans-Joachim Vollrath, emeritierter Mathematik-Professor der Universität Würzburg, hat die Schau zusammengestellt. Bei Recherchen zu historischen mathematischen Instrumenten ist er auf die fränkische Reißzeugindustrie gestoßen und hat mit dem Sammeln der unterschiedlichsten Zirkeltypen begonnen. So trug er mit der Zeit eine eindrucksvolle Zirkelsammlung zusammen, anhand derer sich die technischen Entwicklungen der Reißzeuge bestens nachvollziehen lassen – und vor allem der Ideenreichtum Johann Christian Lotters.

Bereits 1892 gründete Lotter zusammen mit Edmund Theophron Boden in Emskirchen die Reißzeugfabrik Emskirchen E. Boden, die sie 1896 nach Wilhelmsdorf verlegten. Doch 1897 trennten sie sich wieder. Es wurde ein langer Weg, der ihn über Nürnberg, Langenzenn und Würzburg dann 1917 schließlich nach Neustadt führte. Im Alter von bereits 61 Jahren gründete er hier schließlich die Reißzeugfabrik Johann Christian Lotter. Die Erfolge ermutigen ihn, 1919 in Wilhelmsdorf ein Zweigwerk zu errichten. Eine Erfolgsgeschichte, denn sein Werk führten noch zwei Generationen seiner Nachkommen erfolgreich fort.

Die Ausstellung erinnert nun an diesen ideenreichen fränkischen Reißzeugfabrikanten und sein für Neustadt so wichtiges Wirken - und natürlich werden seine Erfindungen präsentiert. Unter http://www.history.didaktik.mathematik.uni-wuerzburg.de/ausstell/lotter_neustadt/index.html lässt sich die Ausstellung auch digital besuchen.

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