Kabinettausstellung "Rudern wie die Römer - Der Nachbau eines römischen Patrouillenboots"

Im kleinen Gewölbe

Als die Römer Germanien um Christi Geburt erobern wollten, gab es noch keine befestigten Straßen. Auch als im 2. Jh. n. Chr. der Limes stand, wurden Truppen, Waren, Nachrichten vornehmlich nur auf einem Weg in die wilden Gebiete des Nordens bzw. Ostens transportiert: über Wasser, per Schiff. Die natürlichen Wasserstraßen – kleine und große – ersetzten den Römern die modernen Autobahnen. Doch wie genau waren römische Schiffe – oder besser: Boote – beschaffen? Woraus waren sie gemacht? Wie viele waren jenseits der Grenzen unterwegs? Mit welcher Technik wurden sie bewegt? Welche Geschwindigkeiten konnten sie erreichen und welche Strecken zurücklegen? Wer waren die Ruderer?

Antworten auf diese Fragen sind zum Teil überliefert – doch wie fühlte sich das in der Realität an? Hierzu baute die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) mit Studierenden und Freiwilligen der Metropolregion ein römisches Patrouillenboot nach. Als Vorbild dienten die im römischen Kastell Oberstimm bei Manching gefundenen Bootswracks, die dort im „kelten römer museum” ausgestellt sind.

Die Ergebnisse dieses Projekts sind in einer Kabinettausstellung zusammengefasst, welche die Wanderausstellung des Bezirks Mittelfranken „Limes-Express“ ergänzt. Am 29.09. wird die Kabinettausstellung in den Museen im Alten Schloss um 19 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Boris Dreyer eröffnet, der das Projekt einst initiiert hatte. Er schildert, wie es zu dem Nachbau kam und welche Erkenntnisse über die Verteidigung der nassen Grenzen des Imperium Romanum gewonnen werden konnten. Dabei wird auch das neu erschienene Buch „Die Fridericiana Alexandrina Navis (F.A.N.) - Ein Römerboot auf dem Prüfstand bei Bau und Test für Wissenschaft und Öffentlichkeit“ vorgestellt.