Vortrag "…denen nicht einmal die unsterblichen Götter gewachsen sind - Das Germanenbild der Römer"

Um 19 Uhr im Gewölbe des Alten Schlosses

Als der römische Statthalter C. Iulius Caesar in den 50er Jahren des 1. Jhds. v. Chr. Krieg in Gallien führte, kam er dort auch mit Völkerschaften in Kontakt, die er als „Germanen“ bezeichnete. Damit hatte er die zeitgenössischen Vorstellungen von der ethnischen Situation im Norden Europas grundlegend verändert. Glaubte man bis dahin, dass im Nordwesten das Volk der Kelten beheimatet sei, an welches weiter östlich die Skythen angrenzten, so schoben sich nun „Caesars Germanen“ als neues Großethnos zwischen diese beiden Gruppen.

Ob die germanischen Stämme selbst eine gemeinsame Identität besaßen, wie Caesar und andere römische Autoren uns glauben machen wollen, ist allerdings füglich zu bezweifeln. Caesar jedenfalls grenzte die Germanen bewusst von den Galliern ab und verortete sie in den Gebieten rechts des Rheins. Mit der Eroberung ganz Galliens bis zum Rhein waren die Germanen gewissermaßen Nachbarn der Römer geworden – gefährliche Nachbarn, wie sich schnell zeigen sollte. Im Jahre 12 v. Chr. begann eine römische Offensive, die offensichtlich mit dem Ziel geführt wurde, das Gebiet zwischen Rhein und Elbe und damit „Germanien“ der römischen Herrschaft zu unterwerfen. Am Ende war das Unternehmen gescheitert: nach zahlreichen Rückschlägen zogen sich die Römer 16 n. Chr. aus den rechtsrheinischen Gebieten zurück. Die Germanen blieben Nachbarn.

Das Bild, das die Römer von den Germanen zeichneten, war sicherlich auch von den Erfahrungen der militärischen Konfrontation geprägt. Doch gab es zahlreiche weitere (auch politische!) Faktoren, die die römische Sicht auf die Germanen beeinflussten. In diesem Sinne sollen die Hintergründe und Voraussetzungen des römischen Germanenbildes bei einem Vortrag von Dr. Bernhard Kremer (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) am 11.10. freigelegt werden. Der Vortrag gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Limes-Express“ in den Museen im Alten Schloss und beginnt um 19 Uhr im Gewölbe des Alten Schlosses. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.